Ich bin dankbar

Ich möchte noch anfügen, dass wir uns über die Flucht der meist jungen Männer nicht zu wundern brauchen. Seit den letzten Jahrzehnten zeigen wir den Menschen dort durch die verschiedensten Medien eine Welt des Überflusses und des Lebensgenusses im Westen. Hier wird der Wohlstand dem Fortschritt gleichgesetzt, und wir wecken damit Träume, die vorher niemand zu träumen gewagt hätte. Und an diesem Konsum hat ja speziell die westliche Welt durch den Export ihrer Waren enorm gut verdient. Die älteren Generationen der Drittwelt-Länder haben sich in ihr Schicksal, ihre Armut gefügt und resigniert - doch die heutige junge Generation, die ja auch schon alle möglichen technischen Spielzeuge und Designer-Kleidung besitzt (die bis dato in ihrer Welt weder jemand brauchte noch kannte) und durch die Vernetzung bestens informiert ist, will verständlicherweise die lokalen Gegebenheiten nicht mehr länger ertragen und macht sich auf den Weg ins Schlaraffenland (I want it all, I want it now - wie die meisten im Westen, die sich dafür sogar verschulden.). 

Das ist der Boomerang, der auf uns Wohlstands-Länder zurückkommt, das will ich auch erwähnen.

Grundlage meiner Gedanken ist das bekannte Gebet:

Lass mich ändern, was ich ändern kann,

lass mich annehmen, was ich nicht ändern kann,

und gib mir die Weisheit, das Eine vom Anderen unterscheiden zu können.

Mein Mann und ich sind durch internationale Sender “Deutsche Welle” über Deutschland und Europa informiert - nicht nur durch die Nachrichten, sondern auch diverse Talk-Shows, die wir uns regelmäßig

anschauen. Denn wir haben natürlich als Deutsche mit Verwandten und PALLAS-Seminare in Deutschland ein enorm großes Interesse an der Zukunft speziell Deutschlands, aber auch Europas und zwangsläufig der gesamten Welt. Schließlich sind wir alle mit einander verbunden.

Selbstverständlich habe ich - wie wohl die meisten Deutschen - eine Gefahr für unsere Kultur und das Wohlergehen des Volkes sehr klar vor Augen. Ich erwarte nicht, dass wir für die Nachteile, die sich zwangsläufig aus der Situation entwickeln werden, dankbar sein sollen. Ich trage keine rosarote Brille, sondern betrachte die Welt realistisch (und nicht nur positiv).

Es geht darum, dass wir mit äußeren Problemen besser klarkommen, wenn wir nicht zusätzlich mit unseren eigenen inneren Problemen zu kämpfen haben.

Die Bürger haben ja nicht die Macht, die Waffen-Produktion und deren Export (auch von Deutschland) zu stoppen. Und vor allen Dingen - ganz dringend - die aktuellen Kriege und Gewalt-Tätigkeiten radikaler Gruppen zu beenden. Denn dies ist die Hauptwurzel des Flüchtlings-Problems. 

Stets bin ich bemüht, von vorn herein mein Bestes zu geben, mit mir und meiner Umwelt in Harmonie zu sein, und dann auch dankbar sein zu können, wenn es mir gut geht. Ich halte mich an die Zeile "anzunehmen, was ich derzeit nicht ändern kann", um dann einen Weg zu finden, damit angemessen umzugehen. Wenn ich meinen Kopf voll habe mit Selbst-Mitleid, Schuldvergabe, Vorwürfen und Zorn, kann ich nicht erwarten, noch klar zu sehen. 

Ich habe bereits geschrieben, dass wir um das Vertrauen bitten sollen, dass wir die (Welt-)Probleme in den Griff bekommen und alles tun, um wenigstens persönlich und privat Ruhe und Frieden zu haben, um das annehmen zu können, was wir nicht mehr ändern können - womit wir leben müssen, ob wir es wollen oder nicht.

Gedanken haben Macht, und so will auch ich mit meinen positiven Vorstellungs-Bildern eine Zukunft vor Augen haben, in der wir Menschen in Harmonie mit einander leben.

Mit allen guten Wünschen für Sie,

von Herz zu Herz

Gisela Pallas

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